Digitaler Fachtag 2026

K.O.-Tropfen & Chemische Unterwerfung

23. September 2026, 9:00 – 13:00 Uhr online via Zoom

Liebe Fachkräfte, liebe Kolleg:innen, liebe Interessierte,

der Fall Gisèle Pelicot hat den Begriff der „chemischen Unterwerfung“ (soumission chimique) international ins öffentliche und fachliche Bewusstsein gerückt. Darunter versteht man die heimliche oder erzwungene Verabreichung psychoaktiver Substanzen, um die betroffene Person wehr- oder willenlos zu machen – zumeist im Kontext sexualisierter Gewalt. Charakteristisch sind dabei häufig substanzinduzierte Gedächtnisausfälle bei den Betroffenen und eine erschwerte forensische Nachweisbarkeit. Dies führt zu komplexen Herausforderungen für Beratung, Medizin, Strafverfolgung und therapeutische Aufarbeitung.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Sexualisierte Gewalt – Prävention & Intervention in Sachsen e.V. (LAG SGPI) lädt zum digitalen Fachtag „K.O.-Tropfen & Chemische Unterwerfung“ ein, um aktuelle fachliche Perspektiven zusammenzuführen und Wissen zu vertiefen. Im Rahmen des Fachtags werden in vier Vorträgen grundlegende Informationen zu K.O.-Tropfen und chemischer Unterwerfung vermittelt und durch die Perspektiven einer spezialisierten Fachberatungsstelle sowie der Rechtsmedizin ergänzt. Anschließend werden polizeiliche Ermittlungsansätze bei Verdachtsfällen beleuchtet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den therapeutischen Herausforderungen bei der Bearbeitung traumatischer Erfahrungen ohne gesicherte Erinnerung. Abschließend werden aktuelle Recherchen zu digital organisierten Täternetzwerken vorgestellt und gesellschaftlich eingeordnet.

Wir freuen uns, Sie zu unserem digitalen Fachtag begrüßen zu dürfen und gemeinsam mit Ihnen einen interdisziplinären Blick auf ein hochaktuelles und bislang noch wenig beleuchtetes Themenfeld zu werfen.
 

 

Ort: 

Zoom

Kosten:

30 Euro für Mitglieder LAG SGPI e.V.
40 Euro regulär
20 Euro für Studierende, Auszubildende etc.
 

Zielgruppe: 
Der Fachtag richtet sich an Fachberater:innen, Fachkräfte aus dem medizinischen Bereich, Mitarbeitende in Polizei & Justiz sowie alle Interessierte.

Anmeldung:

Hier können Sie sich über Eveeno anmelden.

Wir setzen die Event-Software eveeno (https://eveeno.com/de/) zu Zwecken der Durchführung von Veranstaltungen ein, eveeno arbeitet konform mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Rechtgrundlage für die Verarbeitung Ihrer Daten ist Art. 6 Abs. 1 S. 1 lit. a DSGVO.

Die geltenden Datenschutzbestimmungen von eveeno können unter https://eveeno.com/de/privacy abgerufen werden, die Kontaktdaten unter https://eveeno.com/de/about.

» Hinweise zur Anmeldung und zum Veranstaltungsort
Die Veranstaltung kann nur mit bestätigter Anmeldung besucht werden. Angemeldete Teilnehmende erhalten den Teilnahme-Link per Mail. Die Anmeldung wird bei maximaler Teilnehmendenanzahl geschlossen. Die Anmeldefrist endet am 16.09.2026

» Angaben zur Barrierefreiheit
Der Fachtag findet digital in deutscher Lautsprache statt. Bitte beachten Sie, dass keine Gebärdensprachdolmetschung, Schriftdolmetschung oder Untertitelung angeboten werden. 

» Antidiskriminierungregelung
Dem Veranstalter sind ein respektvoller und diskriminierungskritischer Umgang sowie ein wertschätzendes Miteinander wichtig. Störungen oder diskriminierende Äußerungen können zum Ausschluss von der Veranstaltung führen. Der Veranstalter behält sich vor, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen. 

» Dokumentation 
Private Foto-, Film- und Tonaufnahmen sowie das private Streamen der Veranstaltung sind nicht gestattet. Der Veranstalter fertigt zum Zweck der Dokumentation des Fachtags Foto- und Tonaufnahmen an. Mit Ihrer Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich mit diesen Aufnahmen einverstanden.

» Eine Veranstaltung der LAG SGPI
Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autor:innen oder der Veranstalter die Verantwortung. Die Veranstaltung stellt keine Meinungsäußerung der Fördermittelgebenden dar.


 Kontakt

Moderation: Susanne Hampe – Bellis e.V. & LAG SGPI
(Master of Social Work, Diplom-Sozialarbeiterin, psychosoziale Prozessbegleiterin (RWH))

8:45 Uhr Ankommen

9:00 Uhr Begrüßung 

09:10 Uhr Grußwort

  • Julia Gergely - Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS)

9:20 Uhr Vortrag 1

Grundlagen, Fachberatung und Rechtsmedizin

Im ersten Vortrag erhalten Sie grundlegende Informationen zu K.O.-Tropfen und chemischer Unterwerfung. Ergänzt werden diese durch die Perspektive einer spezialisierten Fachberaterin sowie Einblicke in Wirkweise, Nachweisbarkeit und die Herausforderungen der rechtsmedizinischen Sicherung. Darüber hinaus werden die Auswirkungen auf Betroffene sowie Erfahrungen aus der Praxis vorgestellt und eingeordnet.

Referentinnen: 

  • Sabrina Wittayer – Bellis e.V.
    (Beraterin bei sexualisierter Gewalt und Vergewaltigung für queere Betroffene, Angehörige, Freund:innen, Partner:innen und Fachkräfte in der Stadt Leipzig)

  • Dr. Ulrike Böhm – Fachärztin für Rechtsmedizin
    (Mitgründerin und Vorstandsfrau des Bellis  e.V.)

10:20 Uhr Vortrag 2

Sächsische Polizeiperspektive

Die sächsische Polizei berichtet aus der Ermittlungs- und Fallpraxis und gibt einen Überblick über polizeiliche Handlungs- und Ermittlungsansätze bei Verdachtsfällen. Darüber hinaus werden Einschätzungen zur chemischen Unterwerfung – auch im Kontext von Fällen wie dem Fall Pelicot – sowie nationale und internationale Entwicklungen vorgestellt.

Referentin:

  • Yvonne Moselek – Polizeidirektion Dresden
    (Kriminalhauptkommissarin / Kommissariat 13)

11:15 Uhr Pause

11:25 Uhr Vortrag 3

Trauma ohne Erinnerung – Herausforderungen in der therapeutischen Bearbeitung 

Der Vortrag beleuchtet die besonderen Herausforderungen in der therapeutischen Arbeit mit Betroffenen, die infolge einer chemischen Unterwerfung nur über fehlende oder fragmentierte Erinnerungen verfügen. Im Mittelpunkt stehen mögliche Traumafolgen, therapeutische Zugänge sowie der professionelle Umgang mit Unsicherheit und Erinnerungslücken. Darüber hinaus werden Möglichkeiten der Unterstützung und Stabilisierung Betroffener vorgestellt.

Referentin:

  • Dr. Julia Schellong – Uniklinikum Dresden
    (Leitende OÄ und OÄ Psychotraumatologie, Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik)

11:25 Uhr Vortrag 4

Das Vergewaltiger-Netzwerk auf Telegram - Recherchen zu digital organisierter sexualisierter Gewalt 

Trotz einer seit Jahrzehnten geführten Fachdebatte über innerfamiliäre sexualisierte Gewalt fühlen sich viele Betroffene bis heute nicht ausreichend unterstützt. Im Vortrag werden zuerst die vorliegenden Daten und Fakten präsentiert. Anschließend werden die Familiendynamiken beschrieben. Dabei geht es u.a. um die Eltern-Kind-Beziehung, die Geschwisterbeziehungen und die Ideologie der „heilen Familie“. Ein kurzer Exkurs widmet sich der sexualisierten Gewalt an Säuglingen und Kleinkindern. Abschließend werden die besonderen Herausforderungen bei der Intervention insbesondere für die Allgemeinen Sozialen Dienste diskutiert.

12:55 Uhr Abschluss

Referentin:

  • Isabel Ströh – Rechercheteam von STRG_F
    (Journalistin)

     

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Hier können Sie sich das Programm als PDF herunterladen.

 

 

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Die LAG SGPI bietet selbst keine direkte Beratung für Betroffene und ihre Angehörigen an. Hier finden Sie qualifizierte Fachkräfte, die Ihnen persönlich oder anonym helfen.

Hilfe und Prävention

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